Nicolas RoemmeltAugust 2015

Wie bist du zur Fotografie gekommen?

Ich bin eigentlich ein „Spätberufener“. Zum 30. Geburtstag habe ich von meiner Frau eine kleine digitale Kompaktkamera geschenkt bekommen. Ich war sofort Feuer und Flamme für die Fotografie und diese Kamera begleitete mich auf all meinen Wegen. Heute ist die Kompaktkamera einer schweren Spiegelreflexausrüstung gewichen, die ich zwar nicht mehr überall mit hinnehmen kann, aber zumindest eine Handykamera ist immer mit dabei.

Was inspiriert dich?

Ich würde sagen: die Natur selbst. Die Natur ist von solch einzigartiger Schönheit, die man mit einem Foto niemals gänzlich wiedergeben kann. Ein Sonnenuntergang, der Anbruch eines neuen Tages, das tanzende Nordlicht in den Polarregionen oder die funkelnden Sterne unseres Universums sind und werden stets Inspirationsquelle bleiben.

Wie würdest du deinen fotografischen Stil beschreiben?

Ich bin ein Vollblut-Landschaftsfotograf mit einer besonderen Vorliebe für Landschaften in der Nacht. Aber auch die Adventure-Fotografie ist meine Leidenschaft. Durch den Einbau einer Person in eine atemberaubende Landschaft hat der Betrachter die Möglichkeit für sich selbst einen Maßstab zu finden und sich mit der Person zu identifizieren. Wie man an meinem Portfolio erkennen kann, geht es mir dabei aber nicht nur darum „nur“ den Auslöser zu betätigen. Nach der Idee und Umsetzung meiner „Vision“ eines Bildes, geht der kreative Schaffensprozess weiter. Im Postprocessing bin ich dabei nicht um eine möglichst natürliche Darstellung bemüht, das tun viele namhafte Fotografen erfolgreicher als ich. Ich versuche ein Stück meiner Emotionen, die ich vor Ort verspürt habe in die Bilder zu legen, ihnen einen Hauch meines Erlebnisses mitzugeben. Oft höre ich dabei den Vorwurf, dass viele meiner Bilder gar nicht echt wären, dass ich Menschen etc. mit PS einfügen würde. Das stimmt nicht. Jedes Bild und sein Inhalt ist vor Ort an ein und derselben Stelle fotografiert. Ich bin kein Composer, z.B. setze ich auch keine Milchstraße, die unverkennbar auf der südlichen Hemisphäre entstanden ist, zu ein ganz anderen Zeitpunkt, über ein nördliche Landschaft, wie man es momentan recht häufig sieht. Ich versuche vielmehr mit den Lichtern und Schatten der Bilder zu arbeiten und ihnen dabei meinen ganz persönlichen Stil einzuhauchen. Wenn ich ein „paar Jahre“ früher auf die Welt gekommen wäre, hätte es mich wahrscheinlich in die impressionistische Malerei verschlagen. So würde ich meinen Stil am ehesten als „impressionistische Landschaftsfotografie“ bezeichnen.

Welche Fotografen haben dich beeinflusst?

Da gibt es eine ganze Reihe von Fotografen die mich beeinflusst haben und dies immer noch tun. Anselm Adams mit seinen epischen Landschaften der USA, der legendäre Kletterer, Fotograf und Firmengründer von Lowepro Greg Lowe, Jim Brandenburg, Art Wolf und natürlich Marc Adamus, mit seinen ausgefeilten und epischen Meisterwerken. Aber auch zahlreiche andere talentierte Fotografen, denen man immer wieder auf einschlägigen Foren begegnet, begeistern und beeinflussen mich jeden Tag aufs neue mit ihren Arbeiten.

Welchen Rat würdest du anderen Fotografen gern mal geben?

„If you want to be a better photographer stand in front of more interesting things.“
Der Spruch stammt nicht von mir, aber ich finde es trifft den Nagel ziemlich auf den Kopf. Dabei geht es nicht immer darum in exotische Länder zu Reisen, auf der Suche nach extravaganten Dingen. Nein, direkt vor der eigenen Haustür kann man äußerst interessante Motive finden, die man nur versuchen muss auf interessanter Weise auf den Sensor zu bannen. In meiner Wahlheimat Tirol versuche ich z.B. sehr beliebte und oftmals frequentierte Stellen in einer noch nicht gesehen Art und Weise zu interpretieren. Das funktioniert in der Nacht (noch, denn dieser Bereich der Fotografie erlebt gerade einen Boom) sehr gut. Gerade in der Landschaftsfotografie muss man sich für gute Bilder oft ein wenig quälen. Das beste Licht ist leider nicht für Langschläfer „erfunden“ worden. Also raus mit euch, quält euch, denn nach dem gemütlichen Brunch und vor der goldenen Stunde am Abend braucht man die Kamera meist erst gar nicht mehr auspacken.

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