Heiko Gerlicher

MOLOGUE: Was reizt dich am Thema „Wald“?

Heiko Gerlicher: Bereits von Kindheit an faszinierten mich Bäume. Ihre oftmals bizarre wie auch symmetrische Erscheinung zieht mich einfach in ihren Bann. Ein Wald ist für mich wie eine große Wundertüte. Spannend, kurzweilig und voller Überraschungen.
Sehr reizvoll finde ich auch, dass die geologischen Gegebenheiten dafür sorgen, dass kein Wald dem anderen gleicht. Genau so wie die Baumsorte den Charakter eines Waldes prägt. Die kathedralenartigen Buchenwälder zählen zu meinen Lieblingswäldern. Ihre glatten Stämme und die federartigen Verästelungen geben der Buche ein sehr elegantes, beinahe feenhaftes Erscheinungsbild. Aus fotografischer Sicht reizt mich an der Waldfotografie besonders, dass jede Aufnahme ein Unikat ist. Keine Szene gleicht der anderen. Jahreszeit, Licht und die stetige Veränderung sorgen für diese Einmaligkeit des Moments.

Wie gehst du vor, wenn du Bilder zu diesem Thema machst?

Im Vorfeld kundschafte ich mögliche interessante Wälder aus. Da der Herbst meine fotografische Hauptzeit für die Waldfotografie ist, geschieht das dann meist im Frühling und Sommer. Ist die Saison eingeläutet, dann beobachte
intensiv die Wetterlage, um vor Ort die besten Bedingungen vorzufinden. Dies sind jedoch nicht die typischen Schönwetterlagen. Spannend wird es, wenn ein Hochdruckgebiet sich langsam verabschiedet und durch seine Westflanke stetig mehr und mehr feuchtwarme Luft aus dem Mittelmeerraum zu uns führt. Das bewirkt, dass sich bei nächtlichem Aufklaren im Herbst in der Regel eine Inversionsschicht, also Nebel, ausbildet. Idealbedingungen. Der Nebel hat die positive Eigenschaft, dass er die Bäume im Wald besser freistellt und dem Bild so mehr Tiefe gibt. Außerdem verleiht er der Szenerie eine besonders geheimnisvolle, oft mystische und märchenhafte Atmosphäre. Ähnliche Bedingungen bewirkt Regen. Dann bildet sich durch die Verdunstung im Wald ebenfalls häufig Nebel.

Wie würdest du deine Beziehung zur Natur bezeichnen?

Intensiv. Die Natur braucht zwar nicht mich, aber ich brauche sie, um meine Energiezellen regelmäßig aufzuladen. Sie verschafft mir Glücksmomente. Die Menschheit ist auf der Suche nach Gott und übersieht dabei, dass sie diesen direkt und sichtbar vor der Nase hat, nämlich die Natur.

Welches Natur-Thema planst du als nächstes?

Kalendarisch gibt mir die Natur das Thema, den Winter, vor. Da die vergangenen Jahre eher wenig schneereich waren, hoffe ich in dieser Wintersaison auf zauberhafte Winterstimmungen in Landschaft und natürlich im Wald.

Über  Heiko Gerlicher:

geboren 1969 • verheiratet • wohnt in einem Ortsteil der Gemeinde Ahorn im Landkreis Coburg in Oberfranken • von Beruf Verkaufsaußendienst für eine Stahl- und Metallhandelsdistribution • aktiv in der Naturfotografie seit 2010 •
größte Erfolge sind zwei Goldmedaillen beim Trierenberg Supercircuit in den Jahren
2014 und 2015 (Thema Wald und Bäume)

Hier geht es zur Website von Heiko Gerlicher

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