Frank Herfort

Wie bist du zur Fotografie gekommen?
Irgendwann in der 10. Klasse, habe ich zum ersten Mal eine Fotoausstellung von Kunststudenten gesehen. Das fand ich sehr beeindruckend, weil dadurch mein bisheriges Bild vom Fotografieren verschoben wurde. Ich merkte, dass man eine Kamera nicht nur zu Familienfesten, Geburtstagen oder ähnlichen Veranstaltungen benutzen kann. Auch meine sicher nicht sehr ausgeprägte verbale Fähigkeit, führte dazu, dass ich mich mit Fotografie oder – besser gesagt – Bildern sehr wohl fühlte. Ein Praktikum in einer lokalen Fotoagentur und der erste Fotoapparat, den ich von meinem eigenen Geld gekauft hatte, bereiteten mir den Weg.

Welche Fotografien bzw. Fotografen habe deine fotografische Karriere beeinflusst?
Ganz am Anfang war da Hans-Christian Schink und Bertram Kober, bei denen ich mein Praktikum in Leipzig machte. Bis dahin kannte ich außer Helmut Newton auch noch niemanden. Dann kamen da noch Martin Parr, Martin Kollar, Andreas Gursky, Richard Avedon, Gregory Crewdson, Stephen Shore, Philip-Lorca diCorcia, Gulliver Theis , Walter Schels und Hunderte andere dazu. Es gibt keinen Lieblingsfotografen; ich mag sie alle. Bei jedem kann man soviel entdecken. Das ist doch toll.

Welches fotografische Thema würde dich reizen (und warum)?
Ich denke ich habe mein „Thema“ oder Richtung oder wie immer man das nennen möchte, an dem ich immer arbeite. Für mich sind die Themen gar nicht so wichtig wie das einzelne Bild. Natürlich ist es einfacher an einem bestimmten Thema zu arbeiten, das man ja dann auch viel besser kommunizieren kann, doch ist für mich jedes einzelne Bild wichtig, was auch immer ohne Thema funktionieren muss.

Machen teure Kameras bessere Fotos als billige Kameras?
Bessere Fotos machen sie mit Sicherheit nicht, doch meistens haben sie eine größere Auflösung oder besseren Tonwertreichtum, was die Herstellung von hochwertigen Prints erleichtert bzw. erst möglich macht. Aber inzwischen kann man auch mit einem iPhone riesige Prints drucken, die echt gar nicht übel aussehen. Einen 1,4m langen Testprint von einer iPhone-Datei habe ich schonmal gedruckt. Das möchte ich nicht für meine verwenden, doch erstaunlich ist das schon. Das Foto macht aber der Mensch, nicht die Technik.

Wie planst du deine fotografischen Projekte?
Ich schreibe mir immer Ideen, Skizzen usw auf. Die bleiben dann immer lange liegen, irgendwas bleibt dann übrig und fange dann mit der Recherche an, die meist sehr lange dauert. Die fotografische Umsetzung geht meistens schneller.

Welches Equipment benutzt du?
Eine Nikon D800 mit zwei Objektiven, eine Cambo Wide mit 4x5inch Filmadapter und einem Digitalrückteil und ebenfalls 2 Objektiven, ein Stativ und machmal etwas Blitzlicht; das war’s. Für meine eigenen Projekte, muss ich alles selber tragen können. Für Aufträge kann es schonmal ein LKW voll mit Equipment sein.

Mehr Informationen über Frank Herfort gibt es auf seiner Website und auf instagram

 

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