David DaubOktober 2015

Wie bist du zur Fotografie gekommen?

Zwei Freunde aus meiner Heimatstadt waren schon länger auf den Trichter gekommen und hatten auch eigene Spiegelreflexkameras, damals  30Ds. Da ich mir ehrlicherweise zu der Zeit die Nächte um die Ohren geschlagen habe, um mir Photoshop beizubringen (anstatt Counter-Strike zu spielen, wie meine Eltern stets vermuteten), wurde Fotografieren immer mehr ein Thema. Irgendwann hatte man dann genug (Graffiti-)Tags mit den verschiedensten Brushes geübt und schließlich brauchte ich eigenes Material um endlich den Bildlook von „300“ mit Hilfe eines „This-is-Sparta-Youtube-Tutorials“ nachzuempfinden. Zur gleichen Zeit hat Paul Ripke mit endlos lustigen Videoblogs auf sich aufmerksam gemacht. Bei mir hieß es aber immer noch Photoshop und so habe ich noch 2 Praktika in heimischen Werbeagenturen gemacht und mir eine krasse Expertise, was Tuningfelgen betrifft, aneignen können, indem ich ungefähr 6 Wochen für einen Katalog Chromfelgen auf Autos geshoppt habe. Im Anschluss wäre ich fast in Darmstadt gelandet und hätte Kommunikationsdesign (mit Schwerpunkt Fotodesign) studiert. Darmstadt bot neben der Nähe zur Heimat, (damals) keine Studiengebühren, weil’s Hessen ist, und in dem letzten Jahr einen möglichen Diplomabschluss an und war somit Win:Win. Das habe ich dann aber alles links liegen lassen, um einem Praktikum bei Paule nachzugehen. Ich hatte, damals CI gerecht, erst nach Ablauf der Frist meine Bewerbung abgeschickt und bis heute glaube ich, dass nur das der einzige Grund war, warum er sie überhaupt gelesen hat. Dann zog ich eigentlich für ein 6-monatiges Praktikum in die Hansestadt und lebe dort bis heute. Ein bisschen mehr als 2 Jahre davon, als Assistent, an der Seite von Ripky. Paul hat mich stets unterstützt  und wir sind auch wenn er das an dieser Stelle dementieren würde bärenstarke Freunde geworden. Er hat mich immer überall hin mitgenommen, reingeworfen und Türen geöffnet und ich hab’s irgendwie geschafft drin und vor allem dran zu bleiben.

Was ist für dich ein gutes Foto?

Da heute alles sehr schnell konsumiert wird, unterscheide ich zwischen Bildern und Content. Ich flutsche zum Beispiel durch den Instagram-Feed wie diese  Maschine durch Profile auf Tinder und es gibt ganz viel Content und nur sehr wenige Bilder und Filme, die im Kopf bleiben. Alles ist schon mal da gewesen und da Stillstand nie gut ist, suche ich immer nach Neuem, oder wie Benjamin Jaworskyj sagen würde: „Nach dem perfekten Foto.“ Bei einem guten Bild bleibe ich länger hängen als die üblichen 7 Sekunden bei Snapchat. Dazu kann ein gutes Konzept, ein interessanter Look oder ein vermitteltes Gefühl genauso beitragen, wie eine charakteristische oder weltbekannte abgelichtete Persönlichkeit; wahrscheinlich aber eine Mischung aus alle dem. Manchmal sieht man Bilder und kann fast die Sommerhitze spüren oder das Zirpen der Grillen hören. Man glaubt zu wissen wie das Gras dort gerochen, oder die Stadt und das Meer wohl gerauscht haben oder was auch immer. Das ist für mich ein gutes Foto!

Wo nimmst du deine Ideen her?
Ich als Internet-Native finde die meisten Ideen natürlich im Netz. Dort geht’s dann kreuz und quer von ffffound zu Ignant zu Fubiz über Ted-Talks bis hin zu Petapixel, FStoppers, Lux&Laune oder Slashcam. Gerade nachgesehen, habe ich über 80 Quellen in meinem RSS-Reader.

Dann versuche ich immer die aktuellen Kampagnen auf dem Schirm zu haben und lese gern Interviews von Kreativen. Unterwegs fotografiere ich aus Zeitschriften Bilder ab, interessante Orte als Location oder Lichtsituationen in der Bahn. Das alles schubse ich dann direkt in Evernote und alle 2 Monate, wenn ich alles dazu Erdachte und Überlegte wieder vergessen habe, versuche ich das zu sortieren. All das knete ich dann zu einer Idee zusammen.

Welche Fotografen inspirieren dich?

Da gibt‘s eine ganze Menge, aber wirklich herausragend sind: Noah Kalina, Geordie Wood, Nabil Elderkin, Romain Laurent, Kevin Cooley, Jason Nocito, RJ Shaughnessy, Thomas Prior, Holger Pooten und Leila & Damien de Blinkk

Mit welchem Equipment arbeitest du?

Das kommt natürlich ganz auf das Projekt an. Da ich aber davon ausgehe, dass diese Frage einen eher nerdigen Hintergrund hat, beantworte ich sie mal etwas weniger romantisch: Der Teilzeit-Running-Fotograf in mir benutzt selbstverständlich die 1DX. Wegen der hohen Anzahl an Serienbildern ermöglicht dieses Gerät auch einem Trottel wie mir mal aus Versehen die gewünschte Bewegung festzuhalten. Bei allem, was nichts mit Sport zu tun hat, mal die MKIII, mal die D810, je nachdem ob ein zackiger Fokus oder Auflösung & Dynamikumfang eine größere Rolle spielen. Wenn ganz viel Auflösung gebraucht wird oder ich den Look möchte, auch gerne Mittelformat. Wenn’s sich nicht vermeiden lässt, eine Hasselblad inklusive der dazugehörigen für Windows XP optimierten Software Phocus ;). Eine Phase One ist hier für mich allerdings das Maß aller Dinge und die meisten meiner (Mittelformat-)Bilder sind auf ein IQ180 Rückteil aufgenommen, gern in Kombination mit dem 80er Schneider-Kreuznach und so oft es geht offenblendig. Am meisten Spaß bringt mir aber dann doch auch die Leica – seit der M240 auch deutlich flotter und zusammen mit dem 35er Summilux unschlagbar. Nichts von alledem ist in meinem Besitz. Ich bin im Freundes- & Bekanntenkreis allerdings so gut aufgestellt, dass ich mit jeweils einem Anruf relativ schnell Zugriff auf den ganzen Quatsch haben kann. Und sonst gibt’s ja auch noch die netten Jungs von 711 Rent. Achja, immer mit dabei habe ich aber meine Ricoh GR.

Macht eine gute Kamera bessere Bilder?

Wieder etwas mehr romantisch: Gutes Licht macht bessere Bilder!

Was ist dein Ziel für 2016?

Ganz weit oben auf meiner Liste für das Jahr 2016 war das Thema Repräsentanz. Das hat sich dann irgendwie doch noch in diesem Jahr mit Wildfox-Running ergeben und jetzt versuche ich da mitzuspielen und einfach weiter fleißig zu sein. Außerdem rede ich schon seit mehr als 3 Jahren davon, endlich noch mal für eine Weile in die Staaten zu gehen und dort zu fotografieren.
Dieses Jahr klappt’s auf jeden Fall. Vielleicht klappt’s ja dieses Jahr.

Mehr von David Daub auf:  www.daviddaub.com

Soundcloud: https://soundcloud.com/daviddaub

David Daub wird vertreten durch Wildfox-Running 

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