Über das Phänomen „Resting-Bitch-Face“

Nein, ich hab keine schlechte Laune. Das ist mein Gesicht!

grumpycat von jonkeelty für die Kolumne von Saskia Kaufhold für MOLOGUE
Bild: Jonkeelty (Flickr) Bestimmte Rechte vorbehalten

Normalos haben es. Auch Promis sind betroffen. Es macht vor keinem Halt: Das „Resting-Bitch-Face“ (kurz RBF). Dieser Ausdruck ist im letzten Jahr aufgekommen. Er beschreibt die verachtende oder aggressive Wirkung eines eigentlich neutralen Gesichtsausdrucks. Kurz: Man schaut böse, obwohl man vielleicht grade einfach nur an den nächsten Einkauf denkt. „Lach doch mal!“ ist eine beliebte Aufforderung, die bei den betroffenen Personen leider nicht zum gewünschten Ergebnis führt. Wen wundert’s?

Leicht verzogene Lippen und zusammengekniffene Augen

Kanye West, Anna Kendrick und sogar Queen Elisabeth II. sind Besitzer eines Ruhende-Hündin-Gesichts (so die nicht korrekte Deutsche Übersetzung). Dass ihre Züge so negativ gedeutet werden, liegt schlichtweg an einzelnen Merkmalen im Gesicht. Wenn die Lippen leicht nach unten gerichtet sind oder die Augen sich etwas zusammenziehen, deutet unser Gehirn das Ganze als ablehnend, negativ, verachtend oder aggressiv. Eine Computersoftware, die Gesichter und Gesichtszüge analysieren kann, bestätigt das. Das Beste: Man kann direkt sein eigenes Bild hochladen und schauen, wie viel RBF im eigenen Gesicht steckt. Da ich selbst Bilder mit neutralem Blick von mir ungern ins Internet stelle, habe ich nach einem besseren Versuchsobjekt gesucht, um das RBF-Phänomen auszutesten. Strahlend glückliche Menschen fallen da schon mal weg. Die zuvor genannten Berühmtheiten auch, wäre ja langweilig.

Keine Bitch, lieber eine Pussy

Aber da das Internet unendliche Möglichkeiten an tollem Bildmaterial bietet (und ich ein Digital Victim bin), werde ich schnell fündig: Mein großes Vorbild Grumpy Cat darf den RBF-Analyser testen. Hurra! Bild-URL eingeben, hochladen und – warten. Diese fundierte und wissenschaftliche Analyse brauch eben ihre Zeit. Ich rechne mit dem drastischsten und bitchiesten Ergebnis aller Zeiten.

Bild von Alan O’Rourke (Flickr) Bestimmte Rechte vorbehalten. More about this photographer

Okay. „Es konnten keine Gesichter gefunden werden.“ Ist das ein gutes oder ein schlechtes Zeichen? Sollte Grumpy Cat beunruhigt sein? Ich fasse das Ganze einfach als Kompliment für die kleine, süße Mieze auf. Wer so böse schaut, dass eine Analysesoftware den Grad der Negativität im Gesicht gar nicht mehr feststellen kann und sich das Gesicht dadurch unkenntlich macht, der hat alle Ziele im Leben erreicht, die es zu erreichen gilt. Neben Grumpy Cat sollten sich aber auch andere Menschen mit einem RBF keine allzu großen Gedanken machen. Jeder hat doch so seine kleinen ‚Macken’. Ich habe zwar kein Resting-Bitch-Face, aber auch für meine kleine ‚Macke’ einen modernen und perfekt englischsprachigen Titel: „ASF“ oder in der Langfassung: „Always-Sleepy-Face“. Gute Nacht!

von Saskia Kaufhold

18987601_1696536207027727_403927930_oAlle vier Wochen – oder auch gern mal jeden Monat – schreibt Kolumnistin Saskia Kaufhold über Dinge, die ihr auffallen, stören oder nerven. Im wahren Leben ist die MOLOGUE-Autorin aber eine ganz sympathische Frau.

Mehr über Saskia Kaufhold findest du hier: TheGirlAbove

Dir gefällt sicher auch...