MOLOGUE-Interview mit Creative Director Jens Hopfe

Foto von Jens Hopfe für das MOLOGUE Interview

Jens Hopfe: „Ich war von Anfang an fasziniert von Instagram“

Du willst wissen, wie Creative Director Jens Hopfe Instagram nutzt und warum er selten andere Bilder kommentiert? Dann musst du dieses Interview lesen:

MOLOGUE: Hallo Jens! Warum bist Du bei Instagram?

Jens Hopfe: Zum Einen aus Spaß, zum Anderen für berufliche Inspiration. Mein Beruf als Designer für Packaging Design und Brand Design bringt die Liebe zur Fotografie, zum Produktdesign, Kunst, Kultur und Ästhetik im Allgemeinen mit sich. Ich war von Anfang an fasziniert von Instagram als Plattform für Fotografie und Bildästhetik. Seit dem immer mehr meiner Kunden Instagram als kommerzielles Vertriebstool entdecken, wird diese Plattform auch beruflich für mich immer wichtiger. Zwei Drittel meiner Instagram-Kontake besteht aus Fotografen, Designern und Leuten, „die irgendwie was mit Medien“ zu tun haben. Insbesondere für Fotografen ist Instagram inzwischen wichtiger als Tumblr, um ihr aktuelles Portfolio zu promoten. Auch ein Grund, weshalb ich bei Instagram bin. Es wird auch immer mehr ein Tool für berufliches „Networking“.

MOLOGUE: Welche Strategie verfolgst Du auf Instagram?

Jens Hopfe: Eigentlich keine. Mein privater Account ist ein reines Spass-Projekt. Follower- und Like-Zahlen sind mir nicht wirklich wichtig. Mir geht es um Ästhetik, Produktdesign, um meine Leidenschaft für Sneaker, für Printmagazine und Fotografie, um Kunst, Kultur und Ästhetik. Mein Beruf bringt den Blick für Bildanschnitte und Perspektiven mit sich. Dabei sehe ich aber nicht nur die Ästhetik eines Bildes an sich, sondern auch den „Look“ des Accounts. Wer sich genauer mit meinem Account beschäftigt, wird Farbreihen und ein Schachbrett-Muster erkennen. Es ist auch eine Art, seinen eigenen Narzissmus auszuleben. Es ist für mich aber kein kommerzielles Projekt oder der Wunsch, Influencer zu werden. Ganz im Gegenteil. Die Influencer-Facette von Instagram sehe ich eher kritisch.

Mit unserem Agentur-Account „bmr_design“ stehen wir noch ganz am Anfang und sind frisch bei Instagram. Er soll eine Ergänzung zu unserer Agentur-Website sein. Hier zeigen wir unregelmäßig „behind-the-scenes“-Material, Stadtleben aus Düsseldorf, Inspirationen, die wir als Designer aus Ausstellungen schöpfen oder ganz einfach schöne Dinge.

MOLOGUE: Wie viel Zeit verbringst Du täglich auf Instagram?

Jens Hopfe: Da das gesamte Thema „Social Media“ auch beruflich für mich in der Zusammenarbeit mit meinen Kunden immer wichtiger wird, verbringe ich sicherlich ca. 4 Stunden täglich auf verschiedenen Social Media-Plattformen. Die Hälfte der Zeit ist mit Instagram-Screening belegt.

MOLOGUE: Was bedeuten dir die Interaktionen mit anderen Nutzern?

Jens Hopfe: Instagram ist für mich kein klassisches Kommunikationsmedium im Sinne der Interaktion. Mir ist der Ausdruck des Bildes wichtiger und für mich immer noch der wichtigste Aspekt bei Instagram. Auch die Instagram Stories schau ich nur sporadisch an, insbesondere, weil ich nie ein großer Snapchat-Fan war und die meisten Stories zu „trashig“ sind oder mich einfach nicht interessieren. Insofern interagiere ich selten mit anderen Usern. Ich kommentiere meine Bilder ausser dem klassischen „We are so…“ nie und ich antworte selten auf Kommentare an meinen Bilder (einfach auch, weil es relativ anstrengend ist, über Instagram zu texten). Instagram ist im Kern ein sehr oberflächliches Medium im Sinne der Interaktion, insbesondere, seit dem die Influencer-Facette so extrem „ghyped“ wird.

MOLOGUE: Wie oft likst und kommentierst du andere Bilder auf der Plattform?

Jens Hopfe: Ich like oft und regelmäßig Bilder in meinem Feed. Kommentare von mir sind sehr selten und beschränken sich meist auf emoji´s, die schnelle Botschaften kaum effizienter ausdrücken können.

MOLOGUE: Ist für dich Instagram als Plattform wichtiger als Facebook?

Jens Hopfe: Sie ist nicht wichtiger, ich nutze sie einfach völlig anders. Instagram ist für mich ein rein visuelles Medium. Ich lasse das Bild auf mich wirken. Ich lese auch sehr selten ellenlange Kommentare unter anderen Bilder. Bei Instagram ist mein Profil öffentlich, das heißt, jeder kann es sehen. Man kann zwar viel über meinen Stil erfahren, dennoch achte ich bei Instagram sehr darauf, meine Privatsphäre zu wahren. Ich poste generell keine Menschen, keine Urlaubsfotos und schreibe keine ausschweifenden Abhandlungen unter meine Fotos. Ich bin oft erschrocken, wie viel einige User in ihren öffentlichen Profilen von sich preisgeben, ob bewußt oder unbewußt. Facebook ist dagegen für mich ein klassisches Medium für Interaktion und Information. Beide Medien sind für mich gleich wichtig, nur eben in anderen Zusammenhängen.

Wir danken Jens Hopfe für das Interview.

Jens Hopfe ist Creative Director bei der Düsseldorfer Agentur, Brösske, Meyer & Ruf.

Mehr Bilder von Jens Hopfe findest du auf seinem Instagram-Account

 

PS: Mehr schöne Bilder kannst du dir auch in unserer aktuellen März-Ausgabe mit Landschaftsfotograf Patrick Pfaff ansehen.

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