MOLOGUE-Feature mit der Fotografin Janina Werner

MOLOGUE_JaninaWerner_7

Janina Werner: "Mein Stil ist sehr natürlich und reduziert."

Heureka! Fotografin Janina Werner aus Frankfurt ist schon lange kein Geheimtipp mehr. Die talentierte Fotografin haut ein geiles Bild nach dem anderen raus und kassiert dabei auf Facebook und Instagram massenweise Likes und Shares. Ein MOLOGUE-Feature mit Janina war also längst überfällig: Augen geradeaus und aufgepasst für das Feature mit der großartigen Janina Werner!

MOLOGUE: Hallo Janina! Wie bist du zur Fotografie gekommen?

Janina Werner: Damals wohnte ich noch im tiefsten Nordhessen, in einem Dorf mit ca. 800 Einwohnern und viel Natur drum herum. Mit Fotografie hatte ich da noch nicht so viel zu tun, ich hatte aber immer das Bedürfnis, mich irgendwie kreativ auszuleben. Mein Vater schenkte mir dann seine alte Spiegelreflexkamera und ich fotografierte gemeinsam mit Freunden die wirklich schöne Landschaft rund um den Edersee, wo sich viele Kulissen boten. Mit „kreativ ausleben“ meinte ich damals noch wie vielleicht viele Anfänger, die "Wald und Wiesenfotografie". Jedes Tierchen, jedes Blümchen bot mir da das perfekte Motiv :-D.

Irgendwann wurde mir das dann zu langweilig und so mussten meine Freunde herhalten - ich begann mit meinen ersten Portraits. Als ich vor knapp 4 Jahren wegen des Studiums nach Frankfurt zog, kam das mit der Peoplefotografie dann langsam in Gang, auf einmal boten sich so viele verschiedene Menschen, das Netzwerk aus Fotografen und Models wurde immer größer und die Möglichkeiten mehr. Für mich war da der Grundstein zur Peoplefotografie gelegt.  Ich fotografiere Menschen und Marken und konnte zum Beispiel für Labels wie Ilovemixtapes, Home is where your heart is oder Bidges and Sons shooten.

MOLOGUE_JaninaWerner_4

Ich würde jedem raten, das zu tun, was einem Spaß macht. Nicht so sehr versuchen, etwas zu machen was der Masse gefällt, sondern seine eigene Richtung finden. Raus gehen, viel ausprobieren, verschiedene Fotografen und Models kennenlernen und einfach sein Ding machen!

Janina Werner

MOLOGUE: Welche Fotografen beeinflussen deine Arbeit?

Janina Werner: Seit einiger Zeit bewundere ich die fotografischen Arbeiten von Linsengerecht. Für mich gibt es in meinem näheren Umfeld kaum andere Fotografen, die ich so sehr als Künstler verstehen würde wie die beiden. Katja und Bernd schaffen es immer, mit ihren kreativen Konzepten aus der Masse hervor zu stechen. Ich sehe ein Bild und weiß direkt: aaahh das ist Linsengerecht! Und das ist es doch, was Fotografie schaffen soll: Bilder, die im Kopf bleiben! Außerdem waren die Fotografien von Aurelien Buttin schon immer sehr inspirierend für mich. Er schafft es, mich als Betrachter ein Stück weit auf seine Reisen mitzunehmen. Seine Bilder wirken frei und ungestellt, das mag ich. Letzten Sommer hatte ich die Ehre Aurelien ein bisschen von meiner Stadt, Frankfurt zeigen zu können. Wir waren mit einigen Models zum shooten unterwegs und es fühlte sich an wie ein Tag unter Freunden. Wenn Menschen, deren Arbeiten du immer bewundert hast plötzlich zu guten Bekannten oder gar Freunden werden, ist das das Schönste was Fotografie für mich ausmacht.

MOLOGUE: Welche Tipps kannst du Anfängern auf den Weg geben?

Janina Werner: Ich würde jedem raten, das zu tun, was einem Spaß macht. Nicht so sehr versuchen, etwas zu machen was der Masse gefällt, sondern seine eigene Richtung finden. Raus gehen, viel ausprobieren, verschiedene Fotografen und Models kennenlernen und einfach sein Ding machen! Nicht so sehr auf die Technik verlassen, sondern das fotografische Auge schulen, denn weniger ist manchmal mehr.

MOLOGUE: Wie nimmst du Feedback von anderen Fotografen wahr?

Janina Werner: Ich freue mich immer, wenn andere Fotografen meine Bilder auf Instagram oder Facebook Liken  oder kommentieren. Mir ist das persönliche Feedback aber auch sehr wichtig. Ich bin mittlerweile gut vernetzt und frage gern mal nach Meinungen anderer zu meinen Bildern. Dabei lege ich viel Wert auf das Feedback von Kollegen wie zum Beispiel Timo Barwitzki, der in meinen Augen ein echter Techniker ist aber es trotzdem immer schafft, seinen Bildern absolut viel Gefühl zu verleihen. Keiner ist so ehrlich und konstruktiv mit seiner Kritik, wie Timo (Danke dafür! ) :-) 

MOLOGUE_JaninaWerner_7

MOLOGUE: Welche Rolle spielen die sozialen Medien bei der fotografischen Arbeit?

Janina Werner: Die sozialen Medien empfinde ich heute als extrem wichtig für alle, die sich irgendwie kreativ ausleben. Es ist gut und wichtig, seine Arbeiten zu präsentieren. Man bekommt Feedback aber durch die Likes auch in gewisser Weise eine Wertschätzung für sein tun.  Keine Arbeit wird gemacht, um danach in der Schublade zu verschwinden, sondern um gesehen zu werden. Ich poste gern auf Facebook und Instagram und lasse die Leute an den Shootings und deren Ergebnissen teilhaben.

MOLOGUE: Wo holst du dir Inspirationen her?

Janina Werner: Pinterest gehört mittlerweile zu einer meiner liebsten Plattformen. Dort pinne ich Dinge, die mir gefallen. Hauptsächlich nutze ich Pinterest aber dafür, Outfitideen für meine Models raus zu suchen. Grundsätzlich inspirieren mich die Menschen vor meiner Kamera am meisten, deshalb entstehen fast alle meine Shootings oft ganz spontan.

MOLOGUE_JaninaWerner_5

MOLOGUE: Wie wichtig ist eine gute Kamera für ein gutes Bild?

Janina Werner: Ich denke, dass die Technik nicht so wichtig ist wie ein geschultes Auge für den richtigen Moment. Ich selbst fotografiere mit einer etwas älteren Canon 600D und das reicht mir persönlich völlig aus, um coole Ideen umzusetzen. 

MOLOGUE_Janina_Werner_1
MOLOGUE_JaninaWerner_2
MOLOGUE_JaninaWerner_3

MOLOGUE: Wie würdest du deinen fotografischen Stil beschreiben?

Janina Werner: Das ist wirklich die schwierigste Frage, die mir jemand stellen kann. Ich weiß gar nicht, ob ich diesen „eigenen Stil“ von dem alle sprechen, für mich schon gefunden habe. Klar, man erkennt hier und da meine Bilder vielleicht wieder… Ich würde mal sagen: Mein Stil ist sehr natürlich und reduziert. Ohne viel Schnickschnack. Ich bearbeite nicht übermäßig viel und mache, worauf ich gerade Lust habe. Dabei versuche ich oft, möglichst nah an mein Modell vor der Kamera zu kommen und den Mensch, den ich fotografiere, persönlich kennenzulernen. Persönlichkeit und Vertrauen ist mir sehr wichtig.

MOLOGUE: Welches fotografische Thema würdest du gern mal ausprobieren?

Janina Werner: Momentan habe ich extrem Lust, mich in Richtung Fashion weiter auszuprobieren. Ich mag es für Marken zu shooten und habe auch für zukünftige, freie Projekte ein paar fashionlastige Ideen im Kopf, die raus möchten :-D 

Ich würde gern mit Make Up Artisten und Stylisten zusammenarbeiten, um vielleicht mal größere, geplantere Shootings durchzuführen. (Sollte das hier jemand lesen, der Interesse daran hat, bitte schreibt mir doch mal) 
Bisher verlief das meiste recht spontan, das wird auch in Zukunft sicher so bleiben, aber die ein oder andere Idee - die ich habe -  bedarf etwas mehr Organisation. Ich bin selbst wirklich gespannt, wo es hin führt und freue mich auf coole Projekte mit tollen Menschen!
Bild von Tobias Hage

Mehr über Janina Werner:

Weitere Arbeiten von der Fotografin Janina Werner findest du hier:

Facebook

Instagram

Website 

Wir bedanken uns bei Janina Werner für die tolle Zusammenarbeit und das Interview!

Portraitbild von Janina Werner stammt von Tobias Hage