Interview mit Fotograf Jonas Hafner zum Thema Instagram

Instagram fühlte sich zu diesem Zeitpunkt genau richtig an

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Ein von Jonas Hafner (@aufzehengehen) gepostetes Foto am

Jonas Hafner alias Aufzehengehen ist eigentlich Arzt und betreibt die Fotografie als kreatives Hobby. Um neue Kontakte mit Gleichgesinnten zu finden, reaktivierte er vor einigen Jahren seinen eingestaubten Instagram-Account. Für Jonas ist Instagram eine Art Tagebuch und die perfekte Plattform, um sich mit anderen Fotografen auszutauschen. Warum er laut eigener Aussage alles falsch macht, was man falsch machen kann, um auf Instagram erfolgreich zu sein, lest ihr im folgenden Interview:

MOLOGUE: Warum bist du auf Instagram?

Jonas Hafner: Nachdem ich im Sommer 2015 meine erste Stelle als Assistenzarzt in Hamburg angetreten habe, wollte ich möglichst schnell in dieser Stadt Anschluss finden und Menschen kennen lernen, die ebenso gerne fotografieren wie ich. Zudem hatte ich den Wunsch, mich weiter zu entwickeln und auch andere Dinge ausprobieren als nur Portraits. Instagram fühlte sich zu diesem Zeitpunkt genau richtig an und so reaktivierte ich meinen alten Account und füllte ihn wieder mit Leben, nahm an Instagram-Treffen teil und lernte Tag für Tag ein bisschen mehr über diese anfangs fremde Welt.

MOLOGUE: Welche Strategie verfolgst du auf Instagram?

Jonas Hafner: Um ehrlich zu sein, mache ich alles falsch, was man falsch machen kann, um auf dieser Plattform Erfolg zu haben. So verwende ich nur selten helle Farben, habe keinen auf den ersten Blick einheitlichen Feed, und wildere in mehr als nur einer Bildkategorie. Wenn man es wirklich richtig machen will, muss man sich wohl für ein Feld entscheiden, am besten für „Lifestyle“ oder Landschaften. Alles in einen Topf zu werfen ist für die Masse einfach nicht genießbar. Auch benutze ich keine Bots oder sonstige Methoden, um meine Reichweite oder Followerzahlen nach oben zu befördern. Die einzige Strategie, die ich wirklich verfolge, ist ein bisschen Spaß zu haben und nette Leute kennen zu lernen. Darüber hinaus sehe ich meinen meinen Account als eine Art Tagebuch, das mir das Gefühl gibt etwas gemacht zu haben und ein Stück voran gekommen zu sein.

MOLOGUE: Wie viel Zeit verbringst du täglich auf der Plattform?

Jonas Hafner: Ich würde schätzen, dass ich jeden Tag eine halbe Stunde aktiv bin. Manchmal mehr, und manchmal auch weniger. Seitdem Instagram die Story-Funktion etabliert hat, ist es tendenziell eher ein bisschen mehr geworden.

MOLOGUE: Was bedeuten dir die Interaktionen mit anderen Nutzern?

Jonas Hafner: Die Interaktion mit anderen Nutzern ist mir wichtig, solange sie echt ist. Viele Kommentare werden leider durch Computerprogramme erzeugt und zielen nur darauf ab, neue Follower zu genieren. Ausführliche und ernst gemeinte Beiträge sind auf den meisten Social Media Plattformen, Instagram mit eingeschlossen, leider selten geworden wie vernünftige Stimmen zurzeit aus dem weißen Haus.

On hold #petzval

Ein von Jonas Hafner (@aufzehengehen) gepostetes Foto am

MOLOGUE: Wie oft likst und kommentierst du andere Bilder auf der Plattform?

Jonas Hafner: Ich wünschte, ich hätte mehr Zeit genau das zu tun. Doch die Flut an Bildern, die einen jeden Tag umspülen, ist einfach nicht mehr zu bewältigen. Wenn mir etwas in meinem Stream gefällt, dann like oder kommentiere ich es. Natürlich gibt es da draußen so viel mehr zu entdecken als die Bilder jener Accounts, denen ich folge. So viele tolle Ideen hätten soviel mehr Aufmerksamkeit verdient – auch von mir. Solange die Fotografie aber nur ein Hobby ist, muss ich mich wohl damit begnügen nur gelegentlich auf den Herz-Button drücken zu können.

MOLOGUE: Ist für dich Instagram als Plattform wichtiger als Facebook?

Jonas Hafner: Um ehrlich zu sein habe ich meiner Facebook-Seite schon lange keine richtige Aufmerksamkeit mehr gewidmet. Wäre sie eine Katze, hätten mich meine Freunde sicherlich schon gezwungen sie ins Tierheim zu bringen. Vielleicht ereilt auch Instagram eines Tages dieses Schicksal. Was am Ende aber sicher bleibt, sind die Bilder, die man gemacht und die Freundschaften, die man geschlossen hat. Ich bin auf jeden Fall gespannt wohin die Reise geht.

Wir danken Jonas Hafner für das Interview!

Mehr Bilder von Jonas Hafner alias Aufzehengehen könnt ihr euch auf seiner Website, auf Facebook und natürlich auf Instagram anschauen.

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