Fotograf Thomas Grimm im MOLOGUE-Interview

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Fotograf Thomas Grimm fällt uns auf Instagram immer wieder mit großartigen Bildern auf. Seine Fotografien sind dabei immer auf einem unfassbaren hohem Niveau, dass man direkt neidisch wird. Wir könnten uns stundenlang durch seinen Feed wischen und liken, was der Daumen hergibt. Umso mehr freut es uns, dass Thomas Grimm für ein Interview bereit stand und uns eine kleine Auswahl seiner fotografischen Arbeit zeigt. Ihr wollt wissen, wer der Mann hinter der Kamera ist? Wie er arbeitet und wie er zur Fotografie kam? Dann solltet ihr das Interview mit dem fantastischen Thomas Grimm unbedingt lesen!

MOLOGUE: Hallo Thomas, stell dich den Lesern einmal vor: wer bist du?

Thomas Grimm: Ich bin eine 36 Jahre junge Lehrkraft an einem Berufskolleg und dort im Fachbereich Gestaltung tätig. Wohnort ist die kleine Stadt Soest in NRW (zwischen Dortmund und Paderborn). Hier biete ich meine Dienste im Bereich Foto & Video an.

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MOLOGUE: Wieso bist du Fotograf geworden?

Thomas Grimm: Durch meinen Vater, der meine Kindheit ambitioniert mit Spiegelreflexkamera und VHS-Camcorder festgehalten hat, bin ich schon recht früh mit Foto & Film in Berührung gekommen. Allerdings konnte ich mich als Kind wenig dafür begeistern. Möglicherweise lag es daran, dass ich den Camcorder, der gefühlt meine halbe Körpergröße hatte, kaum auf der Schulter tragen konnte. Oder vielleicht gaben mir die 15 Minuten Knipserei, in der ich den analogen Film der Spiegelreflexkamera komplett vollgeballert habe, zu wenig Spaß, um eine Ewigkeit an Entwicklungszeit in Kauf zu nehmen, bis ich die zu 90% verwackelten Ergenisse anschauen konnte. Wahrscheinlich habe ich aber einfach lieber an meinem C64 gesessen als mich weiter mit dem Kram zu beschäftigen. Genau weiß ich das nicht mehr.

Jahre später ging es darum, meine Freunde und mich beim Skaten festzuhalten. Dabei sind dann, wenn auch ohne große kreative Einfälle, erste Videos auf VHS und Fotos entstanden. Einige Zeit danach, mit Internetzugang und ersten Kamera-Handys wurde Photoshop zu meinem besten Freund, mit dem ich lange Zeit vorhandene Fotos von mir und von Freunden für Plattformen wie MySpace oder StudiVZ „verbessert“ habe. Dabei wuchs der Gedanke, nicht nur vorhandene Handy-Fotos zu bearbeiten, sondern Freunde bewusst in Szene zu setzen, zu bearbeiten und das alles auch noch in einer komplett anderen Qualität.

Also ersteigerte ich mir eine gebrauchte DSLR (EOS 350D) zu Beginn meines Designmanagement Studiums und begann erste Shootings im Freundeskreis zu planen. Mit wachsendem Spaß mich kreativ ausleben zu können, gutem Feedback in sozialen Netzwerken und ersten kleinen Jobanfragen, kam dann auch schnell der Gedanke, daraus mehr als ein Hobby zu machen.

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MOLOGUE: Was reizt dich an der Fotografie?

Thomas Grimm: Jeder hat ja irgendwie seinen eigenen Blick auf die Welt. Ich mag es Menschen, Momente und Emotionen so einzufangen und darzustellen, wie ich sie sehe und dabei eine bestimmte Stimmung wiederzugeben oder sogar zu erzeugen. Genauso mag ich es, eine Ideen und oder ein Konzept umzusetzen und zu inszenieren. Es gibt einfach so viele Möglichkeiten. Auch auf technischer Seite. Ob available light, Kunstlicht, outdoor, Studio und in der Nachbearbeitung. Zudem lernt man immer wieder neue interessante Menschen kennen.

MOLOGUE: Wie inspirierst du dich?

Thomas Grimm: Inspiration finde ich natürlich in Arbeiten anderer Fotografen/Videografen aber auch in Filmen und Musik. Manchmal sehe ich im Vorbeifahren einen Ort, der direkt Ideen und Bilder in meinem Kopf erzeugt, die ich dann umsetzen möchte. Manchmal ist es ein Song, eine Stimmung oder eine Filmszene die das bewirkt.

MOLOGUE: Wie würdest du deinen Stil beschreiben?

Thomas Grimm: Da ich viel ausprobiere, kann ich den schlecht genau beschreiben. Ich möchte mich da auch gar nicht festlegen, denn ich denke, dass es da immer eine Entwicklung geben sollte.

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MOLOGUE: Hast du einen Workflow, wenn du fotografisch tätig bist?

Thomas Grimm: Ein wenig abhängig von der Art des Jobs bzw des Shootings. Super wichtig ist vor dem ersten Foto ein kurzes Kennenlernen. Ein lockeres Gespräch, um eine angenehme Atmospäre zu erzeugen. Wohlfühlen ist Voraussetzung für gute Ergebnisse. Nach dem Shooting in der Regel direkt Ergebnisse sichten, aussortieren, auswählen. Die Bearbeitung entsteht bei mir komplett in PS. Kein Lightroom, keine weiteren Programme.

MOLOGUE: Hast du ein persönliches „Lieblingsbild“?

Thomas Grimm: Nee, da könnte ich mich auch nicht festlegen – das ist wenn dann immer nur temporär.

MOLOGUE: Wie nutzt du die sozialen Plattformen für deine Arbeit?

Thomas Grimm: Als Präsentationsfläche und Netzwerk. Man kann ja grundsätzlich von Facebook, Insta und Co halten was man will – für uns Fotografen sind sie aber Kanäle, ohne die aktuell wahrscheinlich nicht jeder mehr existieren könnte.

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MOLOGUE: Hand aufs Herz: welchen Fotografen/Fotografinnen findest du persönlich großartig und warum?

Thomas Grimm: Puuhh, auch hier kann ich mich nicht auf eine Person festlegen. Da gibt es ja so viele mega gute Fotografen. Im Fashion Bereich fand ich Yu Tsai mal richtig gut. Allerdings eher wegen seiner Videos – Inspiration für das eine oder andere Video in meinem Portfolio.

Wir danken Thomas Grimm für das Interview.

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