Der maximale Ausverkauf der Fotografie – Eine Polemik

alex-holyoake für MOLOGUE

So schaffst du den maximalen Ausverkauf der Fotografie – in 6 einfachen Schritten

Was wäre, wenn du als Fotograf das Maximale aus deinem Beruf herausholen möchtest? Sozusagen den höchstmöglichen Kommerz der Fotografie. Mehr Geld verdienen als all die anderen Fotografen? Mehr Einfluss haben? Wäre das nicht wunderbar? Der folgende Artikel ist pure Satire. Dennoch spinnen wir die Frage nach dem maximalen Kommerz weiter und planen am Beispiel einer Fotografin den absoluten Ausverkauf der Fotografie. Damit das Ganze für dich als Leser besser vorstellbarer wird, gehen wir das (fiktive) Planspiel mit einer fiktiven Person Schritt für Schritt durch. Bereit für den totalen Kommerz? Na dann, los geht’s!

Nennen wir die fiktive Person Nancy Baumschmutzer*. Sie ist eine passable Fotografin, die die Technik beherrscht. Sie ist ein lebensfroher Mensch, denn die Fotografie macht ihr großen Spaß und durch ihre Arbeit lernt sie ständig neue Leute kennen. Gleichzeitig macht sie ihre Kunden mit ihren Bildern glücklich. Kann es denn bitte etwas Besseres geben, als Menschen mit Bildern glücklich zu machen?

Doch irgendwann merkt Nancy, dass ihr die Fotografie allein nicht mehr reicht. Die Aufträge, die sie ständig bekommt, reichen zwar für Miete, Essen und Benzingeld, aber wäre es nicht viel schöner, wenn man noch mehr aus der Fotografie herauspressen könnte? Nancy grübelt und überlegt, wie sie den Kunden noch mehr Geld abschröpfen, glücklicher machen kann. Nach einigen Tagen und der Suche auf Google hat sich Nancy einen Schlachtplan zurechtgelegt, mit dem sie noch mehr Profit aus der Fotografie herausholen will. Das Ganze hat sie in sechs einfachen Schritten untergliedert.

Schritt 1: Verkaufe Videoturorials

Menschen sind doch faule Wesen, denkt sich Nancy und beginnt, profane Retusche-Arbeiten aufzuzeichnen. Zunächst ist sie skeptisch, ob so etwas überhaupt jemand kaufen würde. Den Preis hält sie mit 9 Euro recht human. Sind ja auch nur 45 Minuten. Sie zeichnet ein paar (30) Videos auf und stellt die Videos auf ihrer Website online. Noch schnell Paypal einrichten und mit der Seite verbinden und dann heißt es warten, wer sich diesen Schrott diese tollen, hilfreichen Videos anschaut und kaufen möchte. In den kommenden Tagen traut sie ihren Augen nicht: Es gibt doch tatsächlich Leute, die sich so etwas wirklich anschauen wollen und bereit sind, dafür Geld auszugeben! Ein Hoch auf die Faulheit der Anfänger-Fotografen! Sie beschließt, das Ganze auszubauen und zeichnet jetzt sogar Videos auf, auf denen sie Mails beantwortet oder stundenlang auf bunte.de oder gala.de surft. Auch das findet großen Anklang bei ihren Kunden und beschert ihr die ersten Einnahmen.

Schritt 2:  Ein Buch schreiben mit unnützlichen Tipps!

Ein Buch, denkt sich Nancy, ist voll professionell und macht mich in Nu zu einer Starautorin! Einfach 30 Screenshots machen und den Text wuppt meine dauerflippige Praktikantin in 3 Stunden runter. Einfach am Ende noch eine persönliche Widmung daruntersetzen (da gibt es tolle Vorlagen aus dem Internet!) und fertig ist das Buch. Ratgeber gehen immer und mittlerweile will ja auch jede Liese in Posemuckel professionelle Fotografin werden. 29,90 Euro sind ein guter Preis und die 5 Euro pro Buch reichen mir auch völlig aus. Nancy ist ein Fuchs mit Geldbrille und wirbt für ihr neues Buch auf allen Kanälen. Die ersten 5 seiten verscherbelt sie als E-Book. Aber nur, wer sich brav für den neuen Newsletter angemeldet hat. Dass sich da nach ein paar Wochen tausende Mailadresse ansammeln, freut Nancy natürlich auch. Die kann sie auch noch gewinnbringend an Mailadressen-Händler verscherbeln. Läuft!

Schritt 3: Workshops für die Massen!

Sich einmal fühlen wie Jesus – das wünscht sich auch Nancy. Dank ihres Buches und der mittlerweile 340 Videos über ihre Arbeit (Das Video, wie sie Mails professionell beantwortet, erweist sich als Verkaufsschlager) hat sich Nancy eine treue Fangemeinde aufgebaut. Natürlich ist Nancy auch auf Facebook aktiv und postet dort Videos. Auch auf Instagram und Snapchat ist sie fleißg und zeigt ihr Leben, inklusive wie sie ihre Einkäufe erledigt und einfach mit ihrer neuen Praktikantin Bibi abhängt. Auch Making-of Stories laufen sehr sehr gut. Sie überlegt sich schon, ob sie eine weitere Praktikantin einstellt, die ihre Facebook-Kommentare beantwortet. Aber zunächst einmalwäre ein Workshop eine tolle Idee..wobei…warum nicht einfach einen Vortrag daraus machen? In 90 Minuten erklären, wie man Fotos macht und währenddessen ein paar Bilder zeigen. Zack fertig! Diese Idee finden auch ihre Fans super und kaufen die Karten für 19,90 Euro.

Aber warum nur ein Vortrag? Warum nicht eine Tournee? In 30 Städten?! Nancy riecht schon das frische Geld und bucht eine Sporthalle nach der anderen. Je größer, desto besser (weil mehr Geld). Aber reicht das schon? Warum nicht noch mehr Geld aus dem Vortrag herauspressen? Mit einem VIP-Treffen kann Nancy noch mehr Geld machen. Denn bei einem VIP-Treffen mit Nancy Baumschmutzer können Teilnehmer ihr persönlich die Hand geben und für 10 Sekunden (ab 10 Sek. kostet es mehr) ihre Kamera anfassen! Wahnsinnsidee! Also schnell noch VIP-Karten für 39,90 anbieten. Selbstverständlich sind auch diese Karten in allen Städten nach 3 Stunden ausverkauft. Nancy fühlt förmlich, wie Jesus ihr respektvoll auf die Schulter klopft.

Schritt 4: Personal Coach für verlorene Fotografen

Die Vorträge zwischen Flensburg und München waren ein voller Erfolg und die neueingestellte Praktikantin beantwortet fleißig alle Facebook- und Instagramkommentare. Aber so langsam gehen Nancy die Kommerz-Ideen aus. Irgendwo muss doch noch das Geld liegen, was sie einfach nur noch abgrasen muss. Da kommt ihr die Mail einer treu ergebenen Kundin alias Fan genau richtig: Ob sie denn persönliche Coaches anbieten würde? Nancy wittert das Geld und macht daraus ein neues Verkaufsgeschäft. Personal Coaches für 1.000 Euro bei 8h! Sauber! Natürlich muss auch ein Lehrplan her, aber den kopiert sie sich einfach bei anderen Kollegen zusammen. Ein paar Wörter und Redewendungen austauschen und schon ist Nancy nicht nur eine erfolgreiche Autorin, Vortragsrednerin und professionelle E-Mail-Schreiberin sondern auch ein Personal Coach. Nancy bittet ihre Praktikantin kurz, ihr auf die Schulter zu klopfen. Natürlich wird auch diese Szene gesnappt und auf Facebook live gesendet.

Schritt 5: Kaufempfehlungen für ein Produkt

Glaubwürdigkeit, Einfluss und Authentizität! Nancy vereint all diese wunderbaren Buzzwords. Das findet auch ein neuer Kamerahersteller aus Pakistan und schlägt Nancy einen Deal vor: Sie empfiehlt deren neuestes Kamera-Model mit sagenhaften 3 MB und 2x optischen Zoom sowie pixeligen LED Bildschirm und als Belohnung winken 10% Gewinn pro verkauftem Exemplar. Das lässt sich Nancy natürlich nicht zweimal sagen und geht auf den Handel ein. Dafür muss aber die nächste Praktikantin eingestellt werden, die die ganzen positiven Bewertungen auf Amazon und Co. schreibt. Denn unverständlicherweise kommt die Kamera mit diesen innovativen Techniken bei den Experten nicht gut an. Aber das ist der ambitionierten Fotografin egal – ihre Fans kaufen diese Kamera trotzdem, denn immerhin hat Nancy mit dieser Kamera ein paar gute Bilder gemacht und schwärmt vom tollen Gehäuse. Und der Technik. Die Technik sei super, versichert Nancy.

Schritt 6: Teile einfach alles mit deinen Fans

Nancy hat (fast) alles erreicht. Auf Facebook hat sie über 100.000 Fans, ihre mittlerweile 4 Praktikantinnen beantworten Fan-Mails oder bewerten die hervorragende Kamera aus Pakistan und die Personal Coach-Sache läuft wie geschmiert. Aber Nancy will mehr: mehr Geld, mehr Macht, mehr Aufmerksamkeit. Da kommt ihr eine Idee, die ihr anfangs zu einfach erscheint: Das eigene Blut verkaufen! Dann hätte jeder Kunde/Fan etwas von ihrer gottgegebenen Kreativität! Also schnell eine Mail an das DRK schicken und fragen, wie man Blutkonserven lange haltbar macht und sicher transportiert. Auf die Antwort wartet Nancy leider bis heute. Aber egal, statt Blut gehen ja auch Haare oder Schweiß.

Einfach das Haar oder den kreativen Schweiß immer bei sich tragen und schon wandert die geniale Kreativität der großartigen Nancy Baumschmutzer auf den Käufer über. Als ihr allerdings bald die Haare ausgehen, beschließt Nancy eine fünfte Praktikantin mit ähnlicher Haarfarbe einzustellen. Das Geld kommt säckeweise in Ihre Wohnung und schon wieder muss Nancy ein Video posten, wie ihre Praktikantinnen ihre Schulter klopfen.

Nancy Schmutzbaumer – erfolgreich, berühmt und geliebt

Nancy hat es geschafft. Dank ihrer Ideen hat sie ein Imperium erschaffen und muss nicht mehr nur allein von ihren popeligen Bildern leben. Sie ist ein Star und schüttelt den Kopf, wenn andere Fotografen erzählen, wie schwer es sei, von der Fotografie zu leben. Es ist doch so einfach, den ahnungslosen Kunden das Geld aus der Tasche zu ziehen. Die Faulheit und Blindheit der Menschen macht es möglich. Sei authentisch und freundlich und die Menschen kaufen dir alles ab. Warum sollte man sich die Fotografie auch autodidaktisch beibringen und einen eigenen Stil entwickeln? Nancy ist da, um zu helfen. Damit jeder Anfänger in der Fotografie genauso tolle Bilder macht wie sie. Und wenn Deutschland irgendwann dann alle so fotografieren wie die große Nancy Baumschmutzer, geht Nancy einfach in die USA. Dort gibt es viel mehr Fotografie-Anfänger und auch dort sitzt das Geld der Ahnungslosen locker.

Kommerz und Fotografie – was ist erlaubt?

Natürlich ist Nancy nur eine fiktive Person, aber ihre Ideen sind teilweise real. Für viele Fotografen in Deutschland ist die Fotografie ein einträgliches Geschäft geworden. In ausverkauften Kinosälen quatschen pseudo-bekannte Fotografen über ihre Arbeit und danach wird noch schnell ein Foto mit dem Lieblingsfotografen gemacht. Ist das noch Fotografie? Wo beginnt der Ausverkauf, was ist noch erlaubt? Die Grenzen scheinen schwimmend zu verlaufen und die Branche ist sich in dieser Frage uneinig und zutiefst gespalten.

Fotografie ist ein hartes Geschäft. Ich habe größten respekt vor diesem Job und weiß, dass viele Fotografen tagtäglich ums Überleben bangen. Daher ist mir eines wichtig: Jeder soll durch seine Arbeit leben müssen. Aber gibt es wohlmöglich Grenzen? Was ist noch Fotografie, wenn aus jedem Workshop ein Event gemacht wird und die einfachste Techniken als Video verkauft werden? Die Frage, die wir uns bei MOLOGUE täglich stellen ist Folgende: Was darf/muss die Fotografie kommerziell aushalten? Diese Debatte schwillt seit Langem – und das ist auch gut so! Man sollte das Thema Fotografie und Kommerz hinterfragen dürfen. Gerne auch kontrovers. Aber bitte sachlich und ohne Hass oder Neid. Denn am Ende sind wir alle Fotografen und lieben diesen Job.

*Ähnlichkeit mit reellen Personen rein zufällig.

Ein polemischer Artikel von Johannes Brümmer

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55 comments

  1. Klasse geschrieben! Da kommt einem das Schmunzeln. Und erinnert in der Tat an den ein oder anderen Namen… und es ist trifft den Punkt, der in sozialen Medien sehr oft zum „Erfolg“ führt – Masse statt Klasse. Und das tut weh!

  2. Danke für den amüsanten Artikel 😉
    Mein Fazit daraus (und auch meine Einstellung dazu):
    Lass die Leute doch machen, ich mach meinen Scheiss.
    Solange jeder glücklich ist, mit dem was er tut, ist doch alles super.
    Und falls es einem auf den Keks geht, gibt es noch den ignore Button 😉

  3. Hallo Johannes,

    ich bin über Facebook hier gelandet und muß dir sagen, die Realität sieht leider noch schlimmer aus als in dem von dir gezeichneten Bild.
    Inzwischen werden sogar Textbausteine für Antwortmails und so ein Schrott verkauft…
    Was da passiert ist nicht der Ausverkauf der Fotografie, vielmehr sind das für mich die ersten Anzeichen der digitalen Revolution, was nach meiner Meinung bedeutet das kaum ein Beruf in Zukunft so weiter bestehen wird wie bisher. Die Leute machen sich Gedanken, wie man mit Hilfe der digitalen Welt sein Geld verdienen und sich auch in Zukunft am Markt behaupten kann.
    Allerdings ist es schon sehr grotesk, wenn die Massen wie die Lemminge dem vermeintlichen Messias hinterherlaufen und alles 1:1 so umsetzen, wie er es sagt, statt sich selber Gedanken zu machen.
    So bleibt man letztendlich doch nur ein Abziehbild und den Leuten Schrott verkaufen, funktioniert nur eine sehr begrenzte Zeit.
    Sehr schöner Artikel, vielen Dank dafür!

    LG Heiko

  4. Gut geschrieben, aber ob es reine Polemik ist, wage ich zu bezweifeln,
    eher eine gute Realsatire, denn das was du beschrieben hast, ist schon lange die Wirklichkeit.
    Möchte jetzt keine Namen nennen, aber so wie „Frau Schmutzbaumer“ vermarkten viele Fotografen ihre „Arbeit“.

  5. Ja, bei manchen ist doch ein bisschen viel „tschakka“ dabei, wenn man die Szene so verfolgt.
    Klar muss man auch ein zweites und drittes Standbein haben, wenn man als Fotograf sicher überleben will. Aber es geht doch leider bei einigen sehr stark in die von Dir beschriebene Richtung.
    Das Gute ist, man muss diesen „Propheten“ nicht folgen. Ist zum Glück die eigene Entscheidung.

  6. Liebe Leser,

    vielen Dank für die vielen Kommentare und Mails. Uns freut es, dass dieser Artikel zum Kommentieren aber auch zum Nachdenken anregt und euer Feedback 100% sachlich ist. Vielen Dank dafür!

    MOLOGUE

  7. Wo ist das Problem? Jede Branche/Segment hat seine Wunderheiler. Wenn es Menschen gibt, die dafür Geld ausgeben, so what? Das Spektrum der Fotografie ist doch schon allein in dem Begriff nicht zu fassen. Von was reden wir denn eigentlich? Vom Handwerk? Von Kunst? Von Dienstleistern, von Wannabies?
    Wer das ernst nimmt und vielleicht sogar noch als existenzielle Bedrohung, der bewegt sich im falschen Segment.
    Ich kenne auch ein paar der gehypten Photoshop-Gurus und muss oft grinsen wenn ich wieder von einer Veranstaltung lese bei der sie sich feiern lassen und EBV Weisheiten verkaufen. Aber Sie haben einen Markt, der so sicher ist wie beim Opel Manta der Heckspoiler.

    In diesem Sinne, immer locker durch die Hose atmen und sich das raussuchen was einen persönlich glücklich macht. Das restliche Kasperletheater ist dann jenseits des eigenen Wahrnehmungshorizontes.

  8. Nancy sollte außerdem unbedingt in den VDF eintreten und bei ein paar Wettbewerben Medaillen absahnen. Das gibt tausende neue Fans.

  9. Tja Business besteht halt großteils aus Verkauf…
    Da spricht hauptsächlich der Neid  
    Ohne jetzt ein großer Fan der beschriebenen Person zu sein ist Professionalität, Qualität und Schönheit selten objektiv betrachtet und allein dass jemand so einen Artikel schreibt spricht nicht gerade für diese Person.

  10. Man muss jemanden wie die Nancy nicht mögen. Aber aus diesem Blogartikel spricht für mich der blanke Neid. Leider ein Symptom der deutschen Gesellschaft, die niemandem etwas gönnen kann. Warum müssen Fotografen immer auf anderen Fotografen herum hacken, um sich damit selbst zu profilieren? Und dann noch so scheinheilich tun als wenn das alles nur fiktiv wäre. Leider kein guter Stil dieser Artikel. Du solltest Dich lieber über Deine Bilder definieren.

  11. Ich bin ja selber schon seit (gefühlt) einer halben Ewigkeit als „Fotolehrer“ unterwegs. Schon während meines Fotografiestudiums habe ich als Fotolehrer gearbeitet, noch bevor ich mein erstes nennenswertes Geld mit Fotografieren verdiente.
    Und das war lange vor dem „www“.
    Ich sehe das Thema also evtl. von einer etwas anderen Warte aus.

    Immer wieder erlebe ich, dass gerade Einsteiger sehr dankbar sind, wenn man ihnen die wirklich grundlegenden Dinge erklärt. Es gibt also durchaus einen (berechtigten) Markt auch für vermeintlich banales Wissen.

    Erschreckend finde ich da eher, dassin dem Zusammenhang dann „gefälliges Auftreten“ mit Kompetenz verwechselt wird.
    Aber das ist natürlich nicht neu und solche Entwicklungen gab es schon in vielen anderen Bereichen, unter den Blinden ist der Einäugige halt oft der König. 😉
    Neu ist aber evtl. die Dynamik, die sich dann durch die sozialen Medien entwickelt.

    1. Genau so ist Herr Striewisch.

      Ich denke solange es fachlich fundiert und auch korrekt ist, können auch Amateure den Markt bereichern, dem muss man sich als „ausgebildeter“ stellen. Es gibt viele Talente, ich spreche dann immer vom „professionellen Amateur“.

      Tragisch wird es nur, wenn Kompetenz vorgegaugelt wird, sie tatsächlich aber nicht vorherrscht, nicht vorhanden ist.

      Ich habe es schon selber erfahren dürfen, ein Bild sachlich kritisiert (weil ein erheblicher Bildfehler vorlag, wie ich es von meiner Fotografenmeisterin gelernt hatte). Bild drei Minuten analysiert, fünf Minuten sachlichen Text formuliert. Resultat, Kommentar gelöscht, mich als Nutzer blockiert und anschließend woanders geschrieben ich lass mir doch nicht ins Wohnzimmer schei….

      23 Jahre altes Mädchen.

      Das bin ich als Fotograf etwas erschüttert drüber 😀

      1. Hallo

        das liegt auch daran, dass gerade sehr viele, die solche Seminare besucht haben, gar keine Kritik auf Ihre Werke haben wollen, sondern nur bejubelt, wie es die Seminarleiter versprochen haben.

        Aber von der anderen Seite, wieso haben auch viele das Gefühl unter jedem Bild eine Kritik zu schreiben? Klar, wenn es ausdrücklich erwünscht, oder entsprechenden Foren veröffentlicht wurde.,ja. aber wenn jemand einfach Freude an der Fotografie Freude hat, wieso die Bilder schlecht reden?
        mir fällt es einfach auf, dass gerade im deutschsprachigen Raum viel mehr über andere Fotografen und Fotos gelästert wird.

        auch wenn man es kann und besser weiss, wieso anderen seine Meinung aufzwingen, wenn diese nicht erwünscht würde?

  12. herrlicher Artikel und so geschrieben, das ich kein schlechtes Gewissen beim Lesen und Lachen habe.
    Das Angebot ist inzwischen derart gross und unübersichtlich das es für Otto-Normalverbraucher wie ich es einer bin, nur eines gibt: Ich mache meine Bilder für mich, ja ich teile sie auch mit Menschen die Spass daran haben. Das war es dann aber auch schon 😉 Danke für diesen Beitrag. 🙂
    Lgute

    *nein ich bin keine Fotografien, aber ich betrachte gerne, mache mir Gedanken über das was ich sehe und anschauen darf*

  13. Ich bin erstaunt wie reell das ganze ist und musste ziemlich schmunzeln. Vielen Dank für diesen tollen und Beitrag…

  14. Oui, verdammt nah dran. Sehr amüsant geschrieben. Das Problem ist aber nicht das Thema ‚Fotografie‘. Nancys gibt es ganz viele. Mal wird auf dem Vehikel Foto, mal Mode mal Auto, usw. herumgeritten. Solange es Leute gibt, die diesen Schrott/diese sinnvolle Information brauchen und meinen Geld dafür ausgeben zu müssen, wird es Nancys & Co. weitergeben. Das ist das menschliche Gefälle zwischen clever/geschäftstüchtig sein und ich bin blöd und strenge mein Hirn nicht an.
    Menschlich halt.
    (War jetzt hier auch ein wenig Polmik drin – komisch, oder?)

  15. Da ging aber Onkel Karli Bollyholz vergessen der die Nancy Baumschmutzer dazu gebracht hat und fleissig mit einkassiert.

  16. Ach wie nett geschrieben… Jupp, der eine oder andere Name fiel mir auch dazu ein, aber es ist Satire 🙂

    Es trifft doch auf den Punkt wie viele denken und auch gerne Geld für derlei Sachen ausgeben.

    Und doch sind oft solche Sachen eher zielführend und andere meistens das Geld nicht wert. Muß jeder selber wissen.

  17. Man kann es doch auslegen, wie man möchte. Die einen nennen es Neid und Missgunst, die anderen feiern Deinen Artikel. Letztendlich ist es einfach ein Fakt! Und Du hast die Fakten in Worte gegossen und veröffentlicht. Satire übertreibt für gewöhnlich. Aber soooo viel Übertreibung finde ich in Deinem Artikel jetzt nicht 😉 Okay, die Sache mit dem Blut… 🙂 🙂 🙂

    Was vielleicht am Ende noch fehlt, ist die Tatsache, dass Fotografen nach Konsum solcher Video Tutorials sich bemüßigt fühlen, ein Gewerbe zu starten und somit mit bescheidenem Know-How auf die Menschheit losgelassen werden. Ihr Portfolio haben sie mit Bildern aus Portfolio-Workshops (Workshops zur Portfolio-Bildung!) gefüllt und können deshalb auf ihrer rasch erstellten Facebookseite ihren potentiellen Kunden schon richtig was vorweisen. Selbstverständlich erwähnen diese Fotografen mit keinem Wort, dass sie diese Bilder nicht eigenständig erstellt haben. Der Kunde hat dann anschließend das Nachsehen.

    Gut, nun könnte man argumentieren, dass der Kunde selbst schuld ist.. Allerdings: Wie soll der Kunde denn unterscheiden? Für die gesamte Branche sehe ich diese Entwicklung als sehr bedenklich an.

  18. Hier wird ein Geschäftsmodell beschrieben, das darauf basiert, unbedarften Hobbyfotografen oder – meinetwegen – auch Möchtegern-Profifotografen, Geld aus der Tasche zu ziehen.
    Na und? Von solchen Konzepten leben viele Industriezweige.

    Was überhaupt nicht in dem Beitrag angesprochen wird, sind die Folgen. Da steht nicht, dass ein kompletter Berufsstand in Verruf gebracht wird, da steht nicht, dass sich Frau Baumschmutzer über kurz oder lang selbst die Grundlagen entzieht, da steht nicht, dass sie die Existenz ihrer Kollegen gefährdet, und da steht leider auch nicht, dass mit diesen Workshops und Videos ein fotografischer Einheitsbrei provoziert wird.

    Da die eigentliche Problematik nicht angesprochen wird, läuft der gesamte Text auf einen Neid-Artikel mit Frust-Bewältigungscharakter hinaus.

  19. Ich denke, dass dr Blog gar nicht mal so sehr übertreibt. Die Ausführungen hier mit angeblichem Neid zu denunzieren, halte ich schlicht für eine typische Reaktion der Marke „Getroffener Hund bellt“.

    Ich habe nicht grundsätzlich etwas dagegen, das Geschäft wie beschrieben auszubauen, aber Selbstbeweihräucherung, die nichts mehr mit dem Kern der Sache zu tun hat (hier bei der Fotografie), ist letztlich für den Kunden nicht hilfreich und gleitet schnell in Geldauspresserei und Scharlatanerie ab. So etwas mindert den Wert eines ambitionierten Hobbys, obwohl man dem Kunden schon nachsagen muss, dass er vielleicht auch mal an die schnelle Mark will, am besten noch mit naiv bezahlten Höchstbeträgen und ohne die nötige Geduld.

  20. lach, aber wenn der eine Teil mit Fotografie nicht mehr reicht und erschöpft ist kann man immer noch Business Trainer oder mental Trainer Strecke aufmachen mit You Tube Kanal und neuen Büchern oder Vorträgen 😉

  21. Viel Wahrheit drin! Gibt leider ganz viele von der Sorte Nancy:-(
    Noch besseres Beispiel: Hen Bammer
    VErkauf sogar seine „Kunst“ auf Ebay:-)

  22. Im Grunde wird hier ein Phänomen beschrieben, das man so in fast allen Bereichen des (Geschäfts-)Lebens beobachten kann.
    Heutzutage ist es dank der digitalen Medien und der Einfachheit von Veröffentlichungen jeglicher Art sehr leicht, sich selbst zu inszenieren und damit die Masse zu überzeugen, dass man berühmt ist, auch wenn man de facto eigentlich nichts besonderes zu leisten vermag.
    Ich habe gerade kürzlich ein Radio-Interview mit einem C-Promi, den ich vorher gar nicht kannte, gehört, in welchem dieser seinen „Aufstieg“ schilderte. Außer einem schillernden Auftreten hatte er keine Talente zu bieten, hat sich aber hartnäckig so lange auf Promi-Events herumgetrieben und Presse und Leuten angebiedert, bis er immer mehr davon überzeugt hatte, dass er berühmt sein müsse und heute rangiert er als Schauspieler und Entertainer und kann sogar davon leben.
    Und das ist eben noch alles was zählt.
    Es ist nicht die Qualität der Arbeit, die heute Kunden anzieht, sondern der vermeintliche Status des Anbieters.
    Und ist dieser ein vermeintlicher Promi mit Hundertausenden Fans, dann ist man auch bereit, für wenig unheimlich viel zu zahlen.
    Und gerade in der Fotografie stelle ich auch immer wieder fest, dass es egal ist, wie gut man arbeitet. Die Fans laufen den Fotografen nach, die gut vernetzt sind und wissen, wie sie sich inszenieren. Auch wenn diese nur durchschnittliche Bilder machen, dafür horrende Preise verlangen und über Monate hinweg ausgebucht sind.

  23. Tja Nancy ist angekommen im wahren Leben. So ticken wir nun einmal. Früher nannte sich das soziale Marktwirtschaft. Ok Sozial ist auf der Strecke geblieben. Wer am lautesten Schreit ist ganz weit vorne. Doof nur, das es immer einen gibt der noch lauter Schreit und schon bisste wieder hinten 😉 Ich habe viele Diskussionen mit Herstellern, Preset Bastlern geführt und die Aussage ist Nancy´s vorgehen ist 100% Mainstream konform. Aber… es gibt immer zwei. Einen der es anbietet und einen anderen der es kauft.

  24. Liebe Leute. Niemand wird gezwungen, Schrott zu kaufen oder zu essen. Trotzdem tun es Milliarden. Also, wenn McDoof sich ohne Rücksicht auf die Gesundheit von Menschen die Taschen voll macht wird ja eine Photographin sinnlose Tutorials anbieten und sich die Taschen vollmachen dürfen. Niemand wird gezwungen, Scheiße zu kaufen, aber Milliarden tun es. Einige werden dadurch reich. Das nennt sich Wirtschaft.

  25. Meister Brümmer, im Grunde war mir der Artikel egal. Wieder mal das alte Kommerzbashing und ja, auch ich find’s nicht gut. Aber jeder macht halt sein Ding und versucht zu überleben. Der Gedanke ist Ihnen ja scheinbar auch schon gekommen.

    Was aber gar nicht geht, ist Neutralität zu heucheln („Man sollte das Thema Fotografie und Kommerz hinterfragen dürfen. Gerne auch kontrovers. Aber bitte sachlich und ohne Hass oder Neid. Denn am Ende sind wir alle Fotografen und lieben diesen Job.“), gleichzeitig aber mit eindeutig zweideutigen Namenszuordnungen bestimmte Personen an den Pranger stellen und das dann auch noch Satire nennen. Das ist unterste Schublade – und ich reg mich selten in SoMe auf. Geht gar nicht! Sorry, not sorry.

  26. Ja, da ist die bedauerndwerte Realität schon ganz gut getroffen.

    Aber bei allem was man so anbietet darf man nicht vergessen, dazu gehört gehört auch jemand der es kauft. Und zum Kauf wird niemand gezwungen …

  27. Das beschriebene Phänomen beschränkt sich allerdings nicht auf die Fotografie: an allen Ecken und Enden posten und sharen die Leute doch wie blöd und jagen die nächste Sau durchs Dorf. Alle gieren nach Anerkennung und Geld und weil wir viel besser sind, die technischen Bedingungen des Austausches als die Inhalte zu verbessern, sehen wir uns einer zunehmenden Flut (ausnahmsweise mal nicht von Flüchtlingen) gegenüber, aus der es uns zunehmen schwerer fällt, die relevanten Teile herauszufischen. Ach ja, und weil wir so beschäftigt sind, finden wir auch keine Zeit dafür herauszufinden, was denn eigentlich relevant ist. Ups, jetzt habe ich gerade auch wieder einen Tropfen in den Strom gekippt…

  28. Auweh!
    Ich glaube jeder hat hier die gleichen Fratzen vor dem inneren Auge.
    Gute Miene zum bösen Spiel, wie in Hollywood 😬

  29. Die Fotografie hat sich nunmal gewandelt, und befindet sich weiterhin im Wandel. Kein Fotograf, der heute noch exakt so arbeitet wie vor 30 Jahren, kann sich über Wasser halten wie damals. Da heisst es anpassen an die neue Welt mit den neuen Bedürfnissen. Das heisst natürlich nicht, dass ein Unbedarfter über den Tisch gezogen werden soll.

  30. Satire hin oder her. Es geht ja wohl ganz klar hervor, über wen du hier schreibst. Die „rein zufällige Ähnlichkeit“ mit einer sehr lieben Kollegin ist ja absolut zu sehen. Auch wenn nicht zu 100% alles mit der „Nancy“, die ich im Kopf habe, übereinstimmt, liest man ganz klar heraus über wen du hier schreibst.
    Da hättest du dir als Schreiber doch wenigstens so viel Mühe machen können, deine Kreativität für einen einfallsreicheren Namen einzusetzen 🙂 .

    Ich kann gut nachvollziehen, dass einen Fotografen einige Dinge nerven, die zur Zeit so auf Facebook und co abgehen. Ich empfinde es auch so, dass einige Fotografen den „Marketingteil“ etwas überspitzen und man bei manch einem das Gefühl hat das die Fotografie immer mehr zum Geschäft wird. Aber hey – regt einen das in anderen Branchen auch so auf? Ich gönne es „Nancy“ von Herzen das sie so einen krassen Erfolg hat, den sie sich absolut hart erarbeitet hat.So ein Buch schreibt sich nicht von selbst, geile Portraits entstehen nicht ohne Arbeit und Coachings und Marketing fordern einen extremst und sind harte Arbeit!

    Natürlich möchte sie Erfolg haben, wozu natürlich auch Geld gehört – wieso sollte sie das alles für Lau anbieten? Sie hat lange hart dafür gearbeitet und auch wenn Fotografie viel mit Leidenschaft zu tun hat, ist es ein Dienstleistungsbereich der nunmal Geld kostet. Meine neuen Bremsen kriege ich auch nicht umsonst von der Werkstatt, auch wenn der Händler Autos liebt?

    Man muss nicht alles gut finden was eine Person macht, aber das hier empfinde ich schon etwas als „Durch den Dreck ziehen“ einer Person, die eine mega mega liebe Persönlichkeit ist. Und ich habe übrigens von „Nancy“ schon extremst viele Tipps und Hilfestellungen bekommen, ohne das sie nur einen Cent von mir gesehen hat. Ich bin froh das es so eine Nancy gibt, sie mich auf meinem Weg (denn ich war auch mal ein dusseliger Anfänger der Froh über ihre Coachings war) extremst nach vorne gebracht hat, sowohl als Persönlichkeit sowie auch als Fotografin.

    Man sollte einen guten Mittelweg finden, Fotografie noch als Leidenschaft zu sehen, dennoch aber auch erfolgreich damit zu sein. Ich denke dieses krasse Marketing, kostenloser Input etc ist auch eine Phase, die sich irgendwann wieder etwas beruhigt. Dennnoch – wieso sollte man das in dieser Branche nicht machen dürfen?
    Ich verstehe deinen Standpunkt und mir ist es aktuell auch alles ein bisschen viel aufgesetzte Werbung bei einigen, aber dennoch blicke ich auf all diese „Nancys“ auch als Persönlichkeiten, sie mich in meinem Weg sehr weitergebracht haben!

    Merci an Nancy <3 !

  31. Leider rückt dann irgendwann die Fotografie in den Hintergrund, da sich ja als Trainer/Speaker/Autor mehr, und leichter Geld verdienen lässt.
    Ihr Onkel „Karli Bollyholz“ zeigt ja wie es geht. In meinem Fall hat es jedenfalls dazu geführt, das ich Karli schon lange nicht mehr folge. War genervt von den täglichen FB-Videos, die alle nix mehr mit Fotografie zu tun hatten.

  32. Ich sehe das wie lisa! Ich finde das Internet ist nicht der richtige Ort sich mit diesem Thema zu beschäftigen!!! Fotografie entwickelt sich nach Nachfrage und wenn der Markt für couchings usw. da ist, ihr lieben Leute, warum ist es dann verwehrflich dementsprechende Angebote zu schaffen!!!! In jedem anderen Bereich würde man sagen: super Geschäftsfrau! Ich frage mich, ob irgendjemand vor ein paar Jahren auch solche Artikel über Paul Ripke geschrieben hat/ hätte!
    Aber irgendwie sind so viele Fotografen so davon überzeugt, das ihre Weisheit die richtige ist und ihre Art sich zu vermarkten die einzig passende… ich finde das schade! Es ist genug für alle da!

  33. Herzlichen Glückwunsch, Frau Baumschmutzer. Sie haben erkannt, dass alle Menschen Künstler sind und nicht nur Sie selbst. Und dass man mit Leidenschaft allein kein Geld verdienen kann, sondern eine Menge Fleiß dazu gehört. Wie jeder erfolgreiche Mensch bestätigen wird.

    “Jeder Mensch sollte Künstler sein. Alles kann zur schönen Kunst werden.“ Novalis

    H.-P. Ludwig | Art-Vernissage.com
    https://plus.google.com/+Artvernissagecom

  34. Ein sehr interessanter Beitrag, der (zum Glück) sowohl Zustimmung als auch Widerspruch erntet!
    Ich „kenne“ die indirekt erwähnten Fotografen / Dienstleister auch und habe auch schon bei ihnen Produkte und Dienstleistungen erworben.
    Allerdings alles in Maßen. Denn ich gehöre zu denen, für die der Kommerz nicht an erster Stelle steht.
    Natürlich will ich finanziell sorgenfrei leben können. Aber ich muss auch keinen goldenen Ferrari fahren.
    Daher nehme ich mir einiges an Tipps mit – aber ich hinterfrage auch, was wirklich nötig ist. Und was ich mit meinem Gewissen vereinbaren kann.
    Leider spricht aus diesem Artikel hier auch eine gewisse Portion Neid.
    Es gibt soviele überteuerte, teils auch unnötige Produkte auf dieser Welt.
    Wie viele tragen nicht auch lieber Naketano, Superdry, Diesel oder wie sie alle heißen statt der Kollektion aus dem Discounter? 😉
    Alles auch eine Sache des Lebensgefühl, der Einstellung und des persönlichen Geschmacks.

    Ganz ehrlich: Ich ziehe meinen Hut vor den Fotografen, die mit ihrer Tätigkeit (egal, ob Fotokurs oder Entertainment) Hallen füllen können.
    Aber: Für mich persönlich ist das nichts. Ich mag nicht vor 1000 oder noch mehr Menschen „auftreten“.
    Aber da tickt eben auch jeder anders.

    Ich hätte gern etwas mehr finanzielle Sicherheit.
    Und: Würde ich heute im Lotto gewinnen, würde ich die Fotografie genauso weiterbetreiben, wie jetzt.
    Weil mein schönster Lohn ist, Menschen mit Bildern glücklich zu machen.
    Aber Miete, Auto, Essen & Kamera wollen ja eben auch bezahlt werden 🙂

  35. Es funktioniert halt weil es einen Markt dafür gibt. Ich persönlich finde es auch nicht so toll was passiert, aber solange die Menschen das kaufen was andere anbieten ist es meines Erachtens legitim.

  36. Jede(r) kann ja treiben, was er will und sich vermarkten, wie es ihm oder ihr gefällt. Für mich hört der Spaß aber dann auf, wenn man dem Volk vorgaukelt, jeder könne von heute auf morgen Profifotograf werden (gepredigt mit dem Slogan „Nie wieder arbeiten“), ohne dass auch nur im Geringsten hinterfragt wird, dass es neben all dem Marketinggesabber auch auf die handwerkliche Qualität ankommt. Ich vermute, Heerscharen von Hobbyknipsern machen sich gerade selbständig und stürzen sich damit in den finanziellen Ruin und die Fotobranche in die Krise. Leider hört man von denen dann einfach nichts, weil sie sich schlicht nicht als Versager outen möchten, stattdessen wird man überflutet von den Meinungsmachern, die sich erdreisten, mittlerweile schon als Lebensberater in Erscheinung zu treten, ihr vermeintliches Allwissen in schweineteuren Bootcamps in der Karibik, Dubai oder sonstwo zu predigen und den Eindruck erwecken, was bei ihnen funktioniert hat, klappt auch bei Lieschen Müller. Das ist Bauernfängerei, egal ob im Bereich Fotografie, Verkauf/Vertrieb oder über solche Events wie Erfolgskongresse, Awesome Dingens Konferenzen und wie sich das alles nennt. Nun gut, niemand muss dem folgen und da sein Geld verbrennen, gleichwohl finde ich es bedenklich, welche Art von Branche sich da etabliert hat und wie die inzwischen auch miteinander vernetzt sind, um dem leichtgläubigen Publikum ihre Produkte gegenseitig unter die Nase zu reiben. Wenn sogar ich einen Onlinekurs vom Kevin aus Oftersheim oder das angeblich kostenlose Buch vom Herrn Unkräuter per Affiliatelink mit Gewinnbeteiligung verhökern kann, sollte ich mir als Konsument mal Gedanken machen, wie ich hier manipuliert werde. Passiert leider wohl zu selten. Wer da von Neid spricht, hat nicht verstanden, was abgeht oder er/sie partizipiert daran.
    Ach ja, eins noch: ich verdiene keinen Cent mit der Fotografie und habe das auch in Zukunft nicht vor, so gesehen betrifft mich dieser Ausverkauf gar nicht. Eine Meinung dazu leiste ich mir trotzdem 😉

  37. Das Land der Neider und Mobber…?

    Wenn eine junge Fotografin sich selbständig macht, muss sie bei aller Leidenschaft für’s Thema zwangsläufig darüber nachdenken, womit sie Einnahmen erzielen kann. Welchen Bedarf es auf dem Markt gibt. Wie sie die Bedürfnisse ihrer Zielgruppe – gegen Geld – befriedigen kann. Und wenn Sie dabei professionell und strukturiert vorgeht, ein für ihre Kunden attraktives Angebot schafft, dann verdient sie Respekt dafür – statt unappetitlicher Häme. Ganz unabhängig davon, ob einem nun Ihre Bilder und Tutorials selbst zusagen.

    Die Fotografie mag für viele ein Weg zur Selbstverwirklichung sein – sie moralisch dahingehend überfrachten zu wollen, dass die kommerzielle Betätigung in diesem Bereich irgendwie „Bäh“ sein soll, ist völliger Käse! Herr Brümmer – ich kenne Sie und Ihren Background nicht und bin nur zufällig über dieses Posting gestolpert. Schön, wenn Sie vielleicht stolzer Hobbyfotograf sind, der seine Brötchen anderweitig verdient – die Realität von selbständigen Fotografen sieht meist anders aus.
    Oder haben Sie als Fotograf tatsächlich eine Nische gefunden, wo Sie von Ihren Kunden ganz kommerzfrei die Honorare auf den hohen Sockel Ihres Dünkels hinaufgereicht bekommen? Dann herzlichen Glückwunsch!
    Andere Leute (schlecht kaschiert und unter dem Deckmantel der Satire) schlecht zu reden bleibt trotzdem unter aller Kanone.

  38. Sehr gut geschrieben und leider entspricht alles auch der Realität.

    Man kann diese Entwicklung überall beobachten und es wird alles vermarktet, egal welche Qualität Nährwert der Inhalt hat.
    Völlig peinlich finde ich so mache Entwicklung, welche einige Künstler durchmachen.
    Früher mal aufsteigend, positive Erscheinung mit kreativen Ideen. Heute nur ein schlechter Showmaster für ein zweifelhaftes Produkt. Desto lauter die Show, desto minderwertiger das Produkt, wie bei den Kaffeefahrten früher.

    Viele gute Leute haben sich immer mehr auf die gewerbliche Ecke verlagert und völlig ihre eigenen Grundsätze der Fotografie verloren. Geschickte gemachte Reiseberichte, Extremurlaub mit Videos und Bildern sind zwar recht nett, aber auch nicht mehr. Riesige Vorträge und exklusive Workshops sind keine Garantie auf hochwertigen Inhalt sondern nur auf geschicktes Marketing.

    Geschickte Videos zeigen oft nur die gekonnte Bearbeitung von durchschnittlichen Bildern, aber vermitteln kein Wissen über Fotografie. Teilweise völlig unnötig lang und unstrukturiert bis chaotisch.

    Im Artikel fehlt noch Punkt 7, die Werbung für völlig unnötige und zweifelhafte Produkte.
    Die super tolle neue Kamera, das Zubehör welches schon Generationen vermisst haben.
    Hauptsache man kann vom Hersteller ein kostenloses Gerät zur angeblich neutralen Bewertung erhalten und dieses dann angeblich ausgiebig praxis-testen. Stichproben ergaben zu oft genau das Gegenteil der angeblichen positiven Erfahrungen. Nach diesen Erfahrungsberichten sieht man dann dieses Gerät nie wieder beim Einsatz und kein Mensch hinterfragt dann etwas.

    Punkt 8 – Verkauf von DVDs mit Zusatzmaterial, Lichteffekten, Hintergründen, unnötigen 3D Objekten usw.
    Der Markt hat seine Grenzen noch nicht erreicht was unnötiges Zeug betrifft. Und die Leute kaufen die Pakete als ob es die Lösung aller ihrer Probleme wären.

    Es gibt genug freies kostenloses Material zu jedem Thema, dass man für dieses Zeug kein Geld ausgeben muß. Egal welch großer Name auch dahinter steckt, es lohnt sich nicht mehr.

  39. Pingback: Über Neid

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