Stories, Stories, Stories! Eine MOLOGUE-Kolumne von Saskia Kaufhold

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Stories – Wenn der Geschichtenmodus Überhand nimmt

Es ist 22:45 Uhr. Ich liege im Bett, das Smartphone in der Hand. Auf dem Bildschirm sehe ich Heike. Sie nennt sich auf Instagram sweetfitnessgirl88, ich kenn’ sie von der Uni. Heike macht Schokopudding. Aus Avocados, klar. Schritt für Schritt zeigt sie, wie es geht. Wie interessant! Wow! Bravo, Heike! Und das Schlimmste: Heike ist nur eine von vielen, die exzessiv die Story-Funktion auf Instagram nutzen, sie mit Müll-Material füllen und mich mit diesem Müll-Material zumüllen. Heike und Konsorten? Lasst das!

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Neues Jahr, neues Ich, gleiche Bilder

Das visuelle Manifest von guten Vorsätzen

Bild: erix! Quelle: flickr
Bild: erix! Quelle: flickr, Bestimmte Rechte vorbehalten

Sie sind wieder da. Die guten Vorsätze. Abnehmen, gesünder leben, weniger Stress haben, dreihundert Berge besteigen, Job wechseln, endlich mal ein netter Mensch werden. So oder so ähnlich sieht die typische Vorsatz-Liste des Otto-Normal-Verbrauchers aus. Und woran erkennt man den Durchschnittsmenschen, der seine Vorsätze (natürlich!) sofort in die Tat umsetzt? Na logisch: An seinen Bildern, die er in sozialen Netzwerken postet.

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Über das Phänomen „Resting-Bitch-Face“

Nein, ich hab keine schlechte Laune. Das ist mein Gesicht!

grumpycat von jonkeelty für die Kolumne von Saskia Kaufhold für MOLOGUE
Bild: Jonkeelty (Flickr) Bestimmte Rechte vorbehalten

Normalos haben es. Auch Promis sind betroffen. Es macht vor keinem Halt: Das „Resting-Bitch-Face“ (kurz RBF). Dieser Ausdruck ist im letzten Jahr aufgekommen. Er beschreibt die verachtende oder aggressive Wirkung eines eigentlich neutralen Gesichtsausdrucks. Kurz: Man schaut böse, obwohl man vielleicht grade einfach nur an den nächsten Einkauf denkt. „Lach doch mal!“ ist eine beliebte Aufforderung, die bei den betroffenen Personen leider nicht zum gewünschten Ergebnis führt. Wen wundert’s?

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Lauwarme Kost

Food Photography? Bei diesem Begriff muss ich würgen

So sieht Food Photography aus. Ästhetisch schön!
Foto: J.Anniewang (flickr)

Ich sitze in meinem Bett und esse Salami. Ich tue es allein. Ohne Publikum. Niemand auf Instagram weiß davon. Der Grund: Ich esse gerne analog. Und Solo-Salami ist nicht besonders sexy. Food Photography? Bei diesem Begriff muss ich würgen. Mein Magen fängt an zu rebellieren, wenn ich mit gestellten Gerichten bombardiert werde. Ich ziehe meine Papiertüte vor Menschen, die erst nach viertelstündiger Blitzlichtattacke über ihr abgekühltes Schnitzel herfallen können. Oder wollen? Oder müssen? Ist es bereits zum Zwang geworden, sich über Social Media als Feinschmecker und Gourmet zu etablieren? Messer, Gabel, Löffeln – nein, das lass sein.

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